Gartenjahr 2016

Die vergangene Saison brachte besondere Herausforderungen mit sich. Im April, Mai und Juni war Bayern das zweitkühlste Bundesland. Manche Samen sind im Freifeld nicht oder nur mit großer Verspätung aufgegangen. Die Niederschlagsmenge im Mai und Juni lag weit über dem langjährigen Durchschnitt. Extrem wuchsen bis zum Sommer die Beikräuter. Sie auszureissen kostete in diesem Jahr viel Zeit und Mühe. Das schnelle Wachstum der Beikräuter spricht aber für die gute Bodenbeschaffenheit. Der viele Regen hatte etwas Gutes: wir mussten kaum gießen. Gott sei Dank dafür, dass wir auf dem Storchenacker keine Gewitterschäden hatten. Für Menschen in Simbach oder Tann brachte der gewittrige Dauerregen am 2. Juni extremste Überschwemmungen mit Todesfolgen. Regen kann Leben spenden aber auch zerstören. Wir können nicht alles selbst bestimmen. Ich stelle mir immer öfters die Frage: „Gehen wir verantwortungsvoll genug mit unserer Umwelt um?“ Die Sommermonate Juli und August brachten viel Sonne und Wärme, die jeweils durch eine Kaltfront mit Dauerregen unterbrochen wurden. Das Wachstum der Nachsaaten und Setzlinge litt erheblich unter den Wetterkapriolen.

April In diesem Jahr waren die Kartoffeldämme früher fertig und wir konnten bereits ab dem 5. April mit dem Säen und pflanzen beginnen. Sehr bald waren verschiedene Salatsetzlinge, Kohlrabi und Steckzwiebeln auf dem Storchenacker zu sehen. Spinat, Mangold, Karotten, Rettiche, Erbsen wurden ausgesät. Als sich der Boden ausreichend erwärmt hatte, konnten Kartoffeln gesteckt werden. Zu früh ausgebrachte kälteempfindliche Gemüsesorten sind eingegangen und mussten im Mai nachgepflanzt oder nachgesät werden.

Mai Die frostempfindlichen Sorten, wie Stangenbohnen, Zucchini, Gurken, Kürbisse, Tomaten und die verschiedenen Kohlpflanzen konnten nun gepflanzt werden. Manche Samen und viele Setzlinge hatten mit dem Wachstum wegen den kühlen Temperaturen und der Nässe Schwierigkeiten. Von den Anfang April gesetzten Pflücksalaten konnten bereits ab dem zweiten Mai-Wochende erste Blätter geerntet werden. Ende Mai war dann der Spinat reif zur Ernte. Am besten wuchsen während dieser Zeit die Beikräuter. Sie zu beseitigen erforderte sehr viel Arbeit in diesem Jahr.

Juni Zu enge Saaten von Möhren, Mangold, Roter Bete, Radieschen, Rettich und Fenchel mussten ausgedünnt werden. Erste Nachkulturen wie Blumenkohl, Kohlrabi, Salat, Möhren und Buschbohnen konnten gepflanzt werden. Die Beikräuter machten allen weiterhin sehr zu schaffen. Ende Juni konnte ich den ersten Brokkoli ernten.

Juli Am 12. Juli führte eine erste Kaltfront zu länger anhaltendem Dauerregen. Frühnebel und Feuchtigkeit führten in diesem Jahr bereits ab Anfang Juli zu Mehltaubefall bei Erbsen und Gurken. Bohnen und Zucchini waren ab Ende Juli davon befallen. Die Beete mussten nach stärkerem Regen gehackt und aufgelockert werden. Ernten konnte ich Erbsen, Zucchini, Karotten und Bohnen.

August Im Vergleich mit den anderen Bundesländern war Bayern im August kühler und am niederschlagsreichsten. Vom 4. auf den 5. August hatten wir einen Temperatursturz von 29 °C auf 14 °C. Die Pflanzen hatten darunter erheblich zu leiden. Manchen Gärtnern wachsen die Beikräuter über den Kopf. Bedauerlicherweise werden immer wieder Beikräuter wachsen lassen und nicht vor der Samenreife entfernt. Ein größeres Feld habe ich dieses Jahr mit der Sense vorher abgemäht. Zucchini, Bohnen, Karotten und Zwiebeln konnten geerntet werden. Meine Nachsaaten vom Juli sind nicht oder nur spärlich aufgegangen.

September Die erste Hälfte des Septembers war sehr warm und trocken mit nahezu sommerlichen Temperaturen. Zu Beginn des Oktoberfestes war es dann wieder kühler und regnerischer geworden. Es gab aber nicht viel Niederschläge.

Oktober Viel Sonne, geringe Niederschläge, Höchstemperaturen bis zu 22 Grad aber auch Nachtfrost – der Oktober hatte es in sich. Die restlichen Pflanzen auf dem Storchenacker entwickelten sich nur sehr langsam vorwärts.

Insgesamt betrachtet war es ein schwieriges Biogemüsegartenjahr. Das Wetter war für Pflanzen und den Hobbygärtner eine große Herausforderung. Zunächst zu kühl, dann regelmäßige Kälteschocks abwechselnd mit Hitzeperioden brachten viel Stress für die Pflanzen mit sich. Einige wuchsen nur sehr langsam weiter. Viele Samen sind bei mir im Frühjahr überhaupt nicht aufgegangen. Ebenso erging es mir im Sommer mit Nachsaaten. Nachpflanzungen wurden von Schnecken und Fliegen, wie der Kohlfliege, sehr stark angefressen und befallen. Was habe ich dieses Jahr daraus gelernt? Besonders in solch einem Jahr ist es besser, die Pflanzen zu Hause vorzuziehen oder gekaufte Setzlinge einzupflanzen. Mit lückenlosen Netzen sollten die Pflanzen vor Schnecken und Fliegen besser geschützt werden.

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