Das Storchenackerjahr 2015

Wir blicken auf ein außergewöhnlich niederschlagsarmes Jahr zurück. Die Niederschläge betrugen lediglich 54% vom langjährigen Mittel von 1981-2010. Die Gewitter vom Mai bis Juli zogen meist an Markt Schwaben vorbei. Die Messstation Finsing zeichnete nur an vier Tagen zwischen November 2014 und Ende Oktober 2015 Tagesniederschläge über 20 mm auf. Die Temperatur im Sommer war im Durchschnitt der Werte von 1981-2010 um 2,2 Grad höher. Die Sonnenscheindauer betrug 117% vom langjährigen Mittel. Viel gießen und vor allem im Mai und Juni Beikräuter beseitigen war angesagt.

In diesem Jahr hatten wir den zweiten milden Winter in Folge. Bei wenigen Frosttagen konnten Schädlinge im Boden den Winter gut überstehen. Deutlich zeigte sich dies an den Larven des Kartoffelkäfers, an den Wühlmäusen und sonstigen Schädlingen, die vermehrt in diesem Jahr auftauchten. Schnecken traten in diesem Jahr in viel geringer Zahl auf. Dies hat sicherlich mit dem Standortwechsel und der trockenen Witterung zu tun. Nach Nachtfrösten Ende Oktober und Anfang November, ist die erste Novemberhälfte ungewöhnlich mild mit bis zu 20 Grad Höchsttemperatur.

Spinat als Vor- und Nachkultur ist dieses Jahr wieder hervorragend gewachsen. Die Nachtfröste haben bisher nur wenige Spuren hinterlassen. Die Wintersalate haben die ersten Nachtfröste gut überstanden und es kann noch laufend geerntet werden. Die Nachkulturen habe ich zunächst mit Vliesen oder Kulturschutznetzen abgedeckt. Dies hat sich in den letzten Jahren gegen Schädlinge sehr gut bewährt. Die Vliese nehme ich frühzeitig wieder ab, damit sie nicht verwittern und Reste im Boden verbleiben.

Zucchini, Erbsen, Gurken und Zuckermelonen wurden dieses Jahr schlagartig von falschem Mehltau befallen. Während die Zucchini neue gesunde Triebe bildeten, kam es bei den Erbsen, Gurken und Zuckermelonen zum Wachstumsstopp und dadurch zu Ernteeinbußen. Dennoch war die Ernte ausreichend. Die hohe Luftfeuchtigkeit, durch die Morgennebel im Moos, sind für die schlagartige Ausbreitung des falschen Mehltaus ursächlich. Wirksame biologische Mittel gegen falschen Mehltau sind mir nicht bekannt. Meine Stangenbohnen waren glücklicherweise mehltauresistent. Sie brachten trotz Trockenheit eine durchschnittliche Ernte.

Salat, insbesondere Pflücksalat, konnte übers ganze Jahr problemlos geerntet werden. Die Jungpflanzen habe ich zunächst auch mit Kulturschutznetzen abgedeckt. Nachpflanzungen, waren etwas aufwendiger aufzuziehen. Sie mussten wegen der großen Sommerhitze regelmäßig gegossen werden. Dem Rucola haben die Bedingungen im Frühjahr und im Herbst gut gefallen.

Die rechtzeitige Ernte beim Zuckermais habe ich dieses Jahr verpasst. Bei den meisten Maiskolben waren die Körner wegen der großen Hitze bereits etwas ausgetrocknet und geschrumpft. Wahrscheinlich haben die Pflanzen auch zu wenig Wasser bekommen. Die Kürbisse sind sehr groß und gut gewachsen. Einige wenige sind am Stock verfault. Die Ursache dafür kenne ich nicht. Die Ernte war so reichlich, dass wir immer noch welche eingelagert haben.

In diesem Jahr habe ich wieder zwei Sorten Kartoffeln angepflanzt. Dieses Jahr waren es Selma und Nicola. Die Erntemenge war bei beiden ungefähr gleich. Die Sorten sind aber unterschiedlich anfällig für Schorf. Selma wurde von Schorf befallen. Nicola war schorffrei. Für Schorf können verschiedene Erreger oder Bakterien in Frage kommen. Wegen der Vielzahl an Larven der Kartoffelkäfer auf dem Storchenacker in diesem Jahr, werde ich nächstes Jahr voraussichtlich keine Kartoffeln stecken. Wahrscheinlich bekommen wir nächstes Jahr Besuch von den Kartoffelkäfern.

Viel Freude hatte ich dieses Jahr wieder mit den Karotten und Zwiebeln. Sie wuchsen sehr gut heran und brachten eine sehr reichhaltige Ernte. Die Freude wurde dann mit der Zeit bei den Zwiebeln etwas getrübt. Ungefähr 20-30 Prozent sind nach kurzer Lagerung faulig geworden. Mit Ausnahme der Schalotten waren alle Sorten davon betroffen. Im letzten Jahr war dies bei keiner Sorte der Fall. Die Ursache dafür ist mir noch nicht bekannt.

Südländische Gemüsesorten, wie Paprika, Peperoni und Auberginen sieht man immer mehr auf dem Storchenacker. In diesem heißen Sommer sind sie gut herangereift. Das Grundwasser im Storchenacker ist für  Langwurzler leicht zu erreichen. Es hat sich gezeigt, dass frühe Pflanzungen den Sommer gut überstanden haben. Probleme gab es eher mit den Kurzwurzlern und den späteren Pflanzungen. Insgesamt betrachtet, war das Jahr wieder so ertragreich, dass die gesammelten Vorräte bis ins nächste Frühjahr reichen werden.  Gott sei Dank für die reichliche Ernte!

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