Archiv der Kategorie: Schädlingsabwehr

Dringend: Larven der Kartoffelkäfer bekämpfen

Kartoffelkäfer können großen Schaden anrichten. Ich empfehle dringend, die jetzt massenhaft auftretenden Larven und Kartoffelkäfer abzusammeln. Blätter an denen sich Eier auf der Unterseite befinden, sollten entfernt werden.

Kartoffelkäfer überwintern in der Erde. Im Juni legen sie an den Blattunterseiten der Kartoffelpflanze ihre Eier ab. Ein Weibchen kann bis zu 1200 Eier legen. Bereits nach mehreren Tagen schlüpfen die Larvan, die rötlich und an den Seiten und am Kopf schwarze Punkte haben. Die Larven wachsen sehr schnell und häuten sich dreimal. Nach 2 bis 4 Wochen verpuppen sie sich in der Erde. Nach drei Wochen kommt der fertige Käfer aus dem Boden. Es können ein bis zwei Käfergenerationen auftreten. Kartoffelkäfer können innerhalb kürzester Zeit ganze Felder kahlfressen.

Für den ökologischen Landbau gibt es das Spritzmittel Neem von Bayer mit dem Wirkstoff des Neem-Baumes zur Bekämpfung der Larven. Das Mittel erhält man in jedem Gartencenter der umliegenden Baumärkte.

Einen natürlichen Schutz vor Kartoffelkäfern bilden auch Kulturschutznetze mit einer Maschenweite von 1,35 mm. Diese können  nach dem Absammeln der Larven und Eier über die Kartoffeln gelegt werden und halten die Kartoffelkäfer fern. Sind die Larven schon in der Erde, helfen auch die Netze nur bedingt.

Weitere Informationen zur Vorbeugung und Hausmittel zur Bekämpfung finden sich unter:

http://www.gartendialog.de/gartengestaltung/gemuesegarten/kartoffel/kartoffelkaefer-bekaempfen.html

Die Plage mit den Beikräutern (Wild- oder Unkräutern)

Die Samen der Beikräuter sind bereits im Boden, bevor wir mit pflanzen oder säen beginnen. Sie stammen von Beikräutern der Vorjahre, vom Samenflug, vom Mist, von Tieren, von den Schuhen, vom Wasser. Im Juni wachsen die Beikräuter am stärksten. Durch regelmäßiges Hacken und gezieltes herausziehen mit den Wurzeln alle 7-14 Tage können die Beikräuter klein gehalten werden. Ziel sollte immer sein, die Beikräuter zu entwurzeln, wenn sie noch klein sind. Das Material kann dann zwischen den Reihen liegen bleiben und vertrocknen.

Beikräuter entziehen dem Boden Nährstoffe und Wasser. Viele Beikräuter sind Wirtspflanzen für Nematoden. Wenn die Beikräuter groß werden und zu nahe an den Gemüsepflanzen stehen, fehlen den Gemüsepflanzen Licht, Wärme und Nährstoffe zum wachsen. Deshalb ist deren frühe Beseitigung im Gemüsegarten so wichtig. Auf keinen Fall sollten sie wieder Samen bilden, die uns dann im nächsten Jahr viel Arbeit machen.

Eines der Problembeikräuter auf dem Storchenacker sind die Ackerdisteln. Sie bilden tiefe Pfahlwurzeln und daneben auch waagrecht wachsende, verzweigte Wurzelausläufer, die neue Triebe bilden. Vermehren tun sie sich durch flugfähige Samen und durch die Wurzelausläufer.  Bei größerem Wuchs unterdrücken sie alle Gemüsepflanzen. Die Ackerdisteln sollten deshalb auch an den Randbereichen entfernt werden.

Mulchmaterial kann die Beikräuter klein halten und Arbeit ersparen. Beispielsweise kann getrockneter Rasenschnitt zur Bodenabdeckung eingebracht werden. Das Mulchmaterial deckt den Boden ab, der Boden bleibt feuchter und die Samen der Beikräuter wachsen wegen Lichtmangels langsamer oder überhaupt nicht.

Frischer Rasenschnitt sollte nicht verwendet werden. Es können sich darunter Pilzkulturen bilden. Stroh hat den Nachteil, dass es dem Boden im ersten Jahr wertvolle Stickstoffanteile entzieht.

Schnecken

In diesem Jahr hatten wir eine große Schneckenplage. Bei einer einmaligen Aktion habe ich ungefähr 150 Schnecken in meinen Reihen gesammelt und 250 Meter weiter in der Nähe des Baches wieder ausgesetzt. Bei einer späteren Aktion waren es ungefähr 80.  Ich hatte Salatabfälle zwischen den Reihen liegen lassen, die übersät waren mit Schnecken. Beobachten konnte ich, dass die Schnecken sich bei schönem Wetter tagsüber in das Gebüsch und vor allem in die Gartenabfälle zurückziehen. Nachts wandern sie wieder in den Storchenacker. In den Gartenabfällen im Gebüsch finden sie ideale Bedingungen und können sich ungestört vermehren.  Die Gartenabfälle zwischen den Bäumen und Sträuchern waren bei Regenwetter übersät mit Schnecken.

Die Schnecken machen vor Nichts halt. An allen Gemüsesorten konnte ich sie finden. Ein ganzes Feld frisch versetzten Pflücksalat, über den ich lose Netze gelegt hatte, haben sie völlig kahl gefressen. Sie lassen nichts aus. Sogar große schwarze Rettiche wurden bei mir von den Schnecken angefressen.  Erst Netze, deren Ränder ich rundherum  eingegraben hatte, verschafften mir wieder einigermaßen Ruhe an der Schneckenfront.

Schädlingsabwehr mit Vliesen oder Netzen

Gemüse ist sehr beliebt. Nicht nur bei uns Menschen. Schnecken, Erdflöhe, und eine Vielzahl der Gemüsefliegen (Kohl-, Möhren-, Bohnen-, Sellerie-, Zwiebelfliege), Wanzen, Zikaden, Motten, und viele Käfer tummeln sich im Gemüsegarten. Alle Gemüsefliegen überwintern als Larve bzw. Puppe im Boden. Die Fliegen legen ihre Eier während des Jahres bis zu dreimal in den Boden oder meist direkt auf dem Gemüse ab. Für die Schädlingsabwehr im Gemüsegarten gibt es unter anderem Vliese oder Netze. Sie verhindern die Eiablage. Manche Eier oder Larven sind allerdings schon vor dem Säen und Pflanzen bereits im Boden.

Vliese oder Netze sollten sofort nach der Aussaat oder Pflanzung locker über die Pflanzfläche gelegt werden. Eine straffe seitliche Befestigung durch Steine, Erde oder Anker ist notwendig, damit der Wind sie nicht wegweht und keine Fliegen durchschlüpfen können. Seitlich dicht befestigt, können sie auch Schnecken abhalten. Zur Unkrautbekämpfung (möglichst an trüben Tagen) sollten sie abgenommen und anschließend sofort wieder angebracht werden. Die Vliese sind wasserdurchlässig. Der Wasserverbrauch ist allerdings etwas höher, da etwas Wasser bei neuen Vliesen zunächst abperlt.

Neben dem Schutz vor Schädlingen, bietet die Abdeckung durch Vliese auch einen geringen Schutz gegen Frost, Tierschäden und bei starken Gewittern oder Hagel. Die Temperatur unter den Vliesen erhöht sich. Im Frühjahr ist dies wachstumsfördernd.
Im letzten Jahr habe ich meine ersten Erfahrungen mit Vliesen gemacht. Radieschen oder Kresse sind bei mir trotz Vliesabeckung nichts geworden. In diesem Jahr verzichte ich deshalb darauf, Radieschen oder Kresse auf dem Storchenacker anzupflanzen. Sehr gut unter Vlies entwickelt haben sich im letzten Jahr Salate, Zwiebeln und Zuchinis. Mein Salat war durch die Vliesabdeckung  ohne Läuse. Der Preis für die Vliese hält sich in Grenzen. In diesem Jahr waren  Vliese von 10 x 1,5 Meter im Baumarkt und im Einzelhandel zum Preis von 2,99-3,99 € zu bekommen.

Vliese sollten nur im Frühjahr oder Herbst eingesetzt werden. Im Sommer kann es zu Schäden an den Pflanzen kommen. Der Grund liegt in dem veränderten Klima unter den Vliesen. Meine Vliese, die längere Zeit Wind und Wetter ausgesetzt waren, sind im letzten Jahr eingerissen, durch Tiere beschädigt und mit der Zeit zerbröselt. Wiederverwenden konnte ich nur einen geringen Teil, den ich erst nach dem Sommer ausgelegt hatte. Netze können angeblich das ganze Jahr über eingesetzt und mehrfach verwendet werden. Mit Netzen habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt, möchte es aber demnächst ausprobieren. Im letzten Jahr hatten wir extrem viele Erdflöhe auf dem Storchenacker. Inzwischen habe ich erfahren, dass sich diese nur mit sehr engmaschigen Netzen fernhalten lassen. Beim Gießen verspreche ich mir mit Netzen eindeutige Vorteile gegenüber der Vließabdeckung.