Ich will

Kann es immer nach unserem Willen gehen? Was sträubt sich in uns so sehr, unseren Willen einem anderen unterzuordnen? Wieviel Unfriede entsteht, weil jeder es anders will? Wie schwierig ist es für uns den Willen eines andern zu tun? Warum schaffen wir das so oft nicht? Fragen wir überhaupt danach, was die anderen wollen? Lassen wir den Willen der anderen mehr gelten als unseren eigenen? Oder versuchen wir unseren starrsinnigen, unbeugsamen Willen durchzusetzen – sogar in unbedeutenden Dingen? Wissen immer nur wir, was das Gute, das Beste ist oder lassen wir auch andere Meinungen gelten?

Ich will – wie oft haben mich diese Worte gestört. Diese beiden Worte können nerven, zu Streit führen, Unfrieden stiften. Jemand in der Gruppe, die etwas vorbereitet sagt, wie er es will. Andere werden nicht gefragt, deren Meinung zählt nicht. Diejenigen, für die alles gemacht wird, werden überhaupt nicht mit einbezogen. Wie oft behindern diese Worte eine gute, harmonische Zusammenarbeit? Wir sollen Dinge tun, die wir eigentlich nicht einsehen. Wie oft erlebe ich Streit in unbedeutenden Dingen. Wie oft kommt es in der Arbeit vor, dass Mitarbeiter nicht alle Informationen haben, aber meinen es besser zu wissen als der Vorgesetzte? Aber auch umgekehrt: wie oft hat der Vorgesetzte nicht alle Informationen und entscheidet über die Mitarbeiter hinweg. Ein Satz klingt mir nachhaltig in den Ohren: „Ich wusste, dass dies nicht funktionieren würde, aber ich wurde nicht gefragt und habe deshalb nichts gesagt!“

Eigenwille Jeder lebt gern nach seinem eigenen Willen. Er meint vieles besser zu wissen, besser zu können. Es allen recht zu machen, schaffen wir nicht. Eigensinnige und Eitle können nicht nachgeben. Entweder setzen sie sich durch oder sie sagen hinterher: “Ich habe es dann doch so gemacht, wie ich meine, dass es besser wäre.“ Zu wessen Erbauung tun sie das? Sie meinen es zwar gut, aber sie verletzen andere damit. Es kommt zu Unfriede, Streit, Unzufriedenheit und Ärger. Der Unfriede entsteht vom Eigenwillen, sagt Meister Eckhart.1 Erkennen die Eigenwilligen, was sie manchmal anrichten? Erkennen sie den tief verwurzelten Egoismus in sich? Kommen sie, wie der Apostel, zur Einsicht, dass sie das Gute tun wollen, es ihnen aber nicht gelingt?2 Thomas von Kempen schreibt: Lass es dir nicht so tief zu Herzen gehen, wenn ein Mensch dir widerspricht und zuwiderhandelt…. Wenn du willst, dass dich andere ertragen sollen, so trage du sie zuerst.3

Liebe Bei manchen Worten, die ich gehört habe, frage ich mich, ob die Liebe für die Mitmenschen auf der Strecke bleibt: “Ich will nicht, dass die Leute bedient werden. Sie sollen sich selbst bedienen!“ oder “Ich will, dass es knapp und einfach gehalten wird und wir alles andere weglassen!“ oder “Ich will mich nicht in die zweite Reihe stellen!“ Sind diese Menschen ein Kanal der Liebe? Was treibt sie? Warum sind sie nicht bereit mehr zu geben? Warum sind sie so hart? Warum spielt ihr eigener Wille eine so große Rolle? Warum werden alle bestraft, wenn sich wenige nicht richtig benehmen? Ist es Bequemlichkeit, Eigensinn, Eitelkeit, Herrschsucht? Wollen sie die Mitmenschen für kurze Zeit glücklich machen oder verfolgen sie nur ihre eigenen Interessen – was ihnen gut tut – fragen aber nicht danach, was den anderen gut tut? Können wir denn Zeugen der Liebe sein, wenn wir nur halbherzig und lau unseren Mitmenschen dienen? Sollten wir nicht die unterschiedlichen Meinungen gelten lassen und mit den Mitmenschen liebevoll zusammenarbeiten? Sollten wir nicht Zeugen der Liebe sein?

Ich will – Diese Worte können aber auch entspannend wirken. Den Willen anderer mehr gelten lassen, als den eigenen kann der Seele gut tun. Den Eigensinn und Eigenwillen aufgeben, und das tun, was andere für richtig halten. Deren Meinung gelten lassen. Auf Kämpfe – mit Gewinnern und Verlierern – verzichten. Sich dem anderen freiwillig unterordnen. Zum Frieden beitragen. Den inneren Kampf mit sich selbst austragen und sich sozusagen selbst besiegen. Es um Gottes willen ertragen, wie es ist und wie es gemacht wird. Akzeptieren, dass es unterschiedliche Wege gibt, die zum Ziel führen. Akzeptieren, dass der andere Informationen hat, über die wir nicht verfügen. Den anderen dabei unterstützen, dass es gut wird. Ihm alle Informationen geben, keine zurückhalten. Lernen das zu tun, was du eigentlich nicht möchtest. Es willig tun, wie er es möchte. Probieren Sie es doch selber aus, was wirklich frei macht. Den eigenen Willen durchsetzen oder dem Willen des anderen zu folgen? Sind wir selbst nicht unser Gegner? Stehen wir uns denn manchmal nicht selbst im Weg?

Segen Sind wir für die anderen ein Segen? Sind wir denn Zeugen der Liebe mit halbherzigem dienen? Gehören wir, wenn wir lau, weder heiß noch kalt sind, nicht zur Gemeinde in Laodizäa?4  Sind wir bereit uns aus Liebe zu den Mitmenschen klein zu machen? Oder wollen wir groß sein, nicht in der zweiten Reihe stehen? Können wir andere höher achten, als uns selbst oder halten wir uns für was besseres? Reden wir schlecht über andere und erhöhen dadurch uns selbst? Ist unser Wille auf der Liebe zum Nächsten gegründet? Können wir auf das „Ich will“ oder „Ich will nicht“ verzichten um des Nächsten willen und um Gottes willen. Können wir akzeptieren, dass die unterschiedlichen Meinungen Teile der einen Wahrheit sind? Können wir aus tiefstem Herzen sagen: „Ich will sein, wie Er?“ Haben wir die Kraft zu sagen: “Nicht wie ich will, sondern wie du willst!“

1) Meister Eckhart, Die Gottesgeburt im Seelengrund, Freiburg i. Br. 1999, S. 35
2) Römer 7,21
3) Thomas von Kempen, Das Buch von der Nachfolge Christi, Freiburg i. Br. 1999 S. 126, 130
4) Offenbarung 3,14-19

Und was will der HERR?

Ich will dich zu einem großen Volk machen und will dich segnen und will deinen Namen groß machen. (Genesis 12,2)

Und ich gebe dir und deinen Nachkommen das Land, in dem du als Fremder weilst, das ganze Land Kanaan, zu ewigem Besitz, und ich will ihnen Gott sein. (Genesis 17,8)

Segnen, ja segnen will ich dich und mehren deinen Samen wie die Sterne des Himmels und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen. (Genesis 17,20)

Bleibe als Fremder in diesem Land, und ich will bei dir sein und dich segnen. (Genesis 26,3)

Siehe, ich bin bei dir, ich will dich behüten, überall, wo du hingehst und ich will dich heimkehren lassen in dieses Land, ja, ich verlasse dich nicht, bist ich getan, was ich zu dir geredet habe. (Genesis 28,15)

An jedem Ort, wo ich meines Namens gedenken lasse, will ich zu dir kommen und dich segnen (Exodus 20,24)

Wenn er zu mir schreit, will ich´s erhören, denn ich bin barmherzig. (Exodus 22,26)

Ich will Krankheit aus deinem Innern beseitigen (Exodus 23,25)

Ich will mitten und den Israeliten wohnen und will ihr Gott sein… (Exodus 29,45)

Ihr sollt meinen Heiligen Namen nicht entweihen, geheiligt will ich werden, inmitten der Israeliten. (Levitikus 22,32)

Ich will dich lehren, ich will dich unterweisen im Weg, den du gehen sollst, ich will dir raten,
mein Auge wacht über dir. (Psalm 32,8)

Höre mein Volk, ich will reden, Israel, wider dich will ich zeugen, ich, Gott, dein Gott. (Psalm 50,7; 81,9)

Rufe mich am Tage der Not, ich will dich befreien und du wirst mich ehren. (Psalm 50,15)

Ich bin der HERR, dein Gott, der dich heraufbrachte aus dem Land Ägypten. Öffne weit deinen Mund, und ich will ihn füllen. (Psalm 81,11)

Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich will sie heilen, aber ich will sie leiten… (Jesaja 57,18)

Wie einen Mann, den seine Mutter tröstet, so will ich selber euch trösten, an Jerusalem werdet ihr getröstet. (Jesaja 66,13)

Ich will mit dir ins Gericht gehen, weil du sagst: Ich habe nicht gesündigt (Jeremia 2,35)

Kehrt um, abgekehrte Kinder, ich will eure Abkehrungen heilen (Jeremia 3,22)

Aus der Hand der Bösen will ich dich befreien,
aus dem Griff der Gewälttätigen will ich dich erlösen. (Jeremia 15,21)

Dann will ich mich von euch finden lassen, Spruch des HERRN (Jeremia 29,14)

Ich will dich wieder erbauen, und du wirst gebaut sein, Jungfrau Israel! Du wirst dich wieder mit deinen Tamburinen schmücken und ausziehen im Reigen der Tanzenden (Jeremia 31,4)

Ich gebe meine Weisung in ihr Inneres, auf ihr Herz will ich sie schreiben, so werde ich ihnen zum Gott, und sie, sie werden mir zum Volk (Jeremia 31,33)

….denn ihre Schuld will ich ihnen verzeihen, ihrer Sünde nicht mehr gedenken (Jeremia 31,34)

Erfreuen will ich mit ihrer, und will ihnen Gutes tun und ich werde sie in diesem Land pflanzen in Treue, mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele (Jeremia 32,41)

Rufe mich an, dann will ich dir antworten und will dir große und unfassbare Dinge mitteilen (Jeremia 33,3)

Siehe, ich will ihr Genesung und Heilung bringen, ich will sie heilen, und ich will ihnen eine Fülle von Frieden und Treue offenbaren (Jeremia 33,6)

Menschensohn, steh auf deine Füße, ich will mit dir reden. (Ezechiel 2,1)

Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben
(Ezechiel 36,26)

Siehe, ich selber bin da, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern (Ezechiel 34,11)

Ich will euch befreien, dass ihr Segen werdet (Sacharja 8,13)


Was will Jesus Christus?

Ich will es! Werde gesund! (Matthäus 8,3, Mk 1,41, Lk 5,13)

Ich will kommen und ihn heilen (Matthäus 8,7)

Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater, und niemand erkennt den Vater, als nur der Sohn und der, dem der Sohn offenbaren will (Matthäus 11,27, Lukas 10,22)

Ich will sie nicht hungrig gehen lassen, damit sie nicht etwa auf dem Weg zusammenbrechen. (Matthäus 15,32)

Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Passah feiern. (Matthäus 26,18)

Doch nicht wie ich will, sondern wie du (Matthäus 26,39)

Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut. (Lukas 6,47)

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt. (Lukas 12,5)

Vater ich will, dass die welche du mir gegeben hast, bei mir sind. (Johannes 17,24)

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