Angst

Wovor haben Sie Angst? Ist es die Gesundheit? Geld? Liebe? Freundschaft? Rente? Haben Sie Angst vor zu viel Nähe oder vor dem Verlassenwerden? Angst vor Verlust? Angst die falschen Entscheidungen zu treffen? Angst sich zu blamieren? Angst weiter zu leben? Angst vor dem Sterben? Angst die Kontrolle zu verlieren? Angst vor dem Fremden? Vor Veränderungen? Angst vor Terrorismus und Krieg? Angst vor Raketenbeschuss? Vor Gewalttätern? Vor Ansteckung? Vor bösen Träumen? Vor Spinnen oder Schlangen? Vor Gott? Angst seinen Glauben zu bekennen? …

Warum Es gibt viele Anlässe für Angst mit denen wir ständig leben müssen? Die Gründe können in der Vergangenheit, der Gegenwart oder in der Zukunft liegen. Es gibt verschiedene Dimensionen der Angst mit unterschiedlichen Ausprägungen. Neben einfachen Ängsten, wie die Angst der Eltern um ihre Kinder oder Angst vor Prüfungen, Versagen oder Entscheidungen,  gibt es zwanghafte Ängste, Phobien, Panikattacken, Psychosen. Jeder Mensch hat ein eigenes Angstniveau. Angst kann unterschiedliche körperliche und psychische Reaktionen auslösen, wie beispielsweise Angstschweiß, Anspannung oder Kontrollverlust über Blase und Darm. Angst kann lähmen, Überlebenskräfte wecken, einen Kick verursachen. Angst hat Auswirkungen auf unser Verhalten. Manche gehen Menschen und Gefahren aus dem Weg oder werden sehr vorsichtig oder suchen Hilfe bei Vertrauten oder Experten. Andere investieren in Schutz-, Überwachungs- und Sicherungsmaßnahmen. Viele schließen Versicherungen ab und haben eine Notrufnummer parat. Staaten rüsten auf, bauen Mauern und Grenzzäune, überwachen alles und alle, schützen ihre Bürger und deren Freiheit und Eigentum vor radikalen Gegnern.

Die größten Ängste der Deutschen sind laut einer Umfrage*: steigende Lebenshaltungskosten, Naturkatastrophen, Pflegefall im Alter, schlechtere Wirtschaftslage, schwere Erkrankung, Überforderung der Politiker, Terrorismus, Spannungen durch Ausländer, sinkender Lebensstandard im Alter, Arbeitslosigkeit, Drogensucht der Kinder, Krieg mit deutscher Beteiligung… . Die meisten Menschen haben Angst vor finanziellen Verlusten, Katastrophen und Krankheit. Wenn Sie sich verlassen, hilflos fühlen, wenn sie niemanden haben, der ihnen beisteht, wenn sie aus eigener Kraft nicht mehr weiterkommen, wenn ihre Zukunft ungewiss ist.

Hilfe Abraham hatte Angst. Jakob hatte Angst. David hatte Angst. Jesus hatte Angst. Die Apostel hatten Angst. Auch ich habe Angst. Manche Menschen verbreiten Angst. Überall auf der Welt finden wir Angst. Bei Reichen und Armen, Gesunden und Kranken, Gläubigen und Ungläubigen. Was tun wir, wenn das Leben bedroht ist, in Lebenskrisen der Boden einem unter den Füßen weggezogen wird, das Ersparte für die Rente verlorengeht oder nicht ausreicht? Was, wenn alles aufgegeben werden muss, die Zukunft unsicher wird, wir plötzlich hilflos dastehen?

Wie sind die biblischen Gestalten mit ihren Ängsten umgegangen? Wo fanden Sie Hilfe? Die Notrufnummer damals und heute lautet 333 (Jeremia 33,3). Sie riefen den HERRN um Hilfe an. Auch unsere Hilfe liegt beim HERRN. Jesus sagt: „Komm!“ Er lädt uns ein, ihm zu vertrauen. Er nimmt uns unsere Angst. Wenn wir unseren Blick auf ihn richten, finden wir Boden unter den Füßen in Situationen in denen wir unterzugehen drohen. Wenn wir auf die Umstände schauen, versinken wir in den Fluten wie Petrus. Dann rufen wir mit Petrus: „Herr, rette mich!“ (Matthäus 14,25-31).

Wenn Angst in mir hochkommt, richte ich meinen Blick auf Jesus. Er hat Angst bis zum Blut schwitzen durchlitten. Er betete zum HERRN und erhielt Kraft und Durchhaltevermögen. Mach es wie Petrus, wenn dir Angst ist und rufe: „Herr, rette mich!“ Mach es wie David und rufe: „Hilf mir, Du, mein HERR!“ (Ps 109,26). Mach es wie Jesus und bete: „HERR, rette mich aus dieser Stunde!“ (Johannes 12,27). Gehe direkt zum Herrn und blicke auf ihn. Lass dich nicht vom Schicksal oder von deiner inneren Unruhe ablenken. Der HERR wird dir festen Boden unter den Füßen verschaffen, auch wenn um dich herum nur Unsicherheit herrscht.

Befreit Einen Obdachlosen auf einer Parkbank habe ich einmal gefragt: „Was fehlt Ihnen am meisten?“ Er antwortete: „Nichts. Mir fehlt nichts!“ Er muss es niemandem mehr recht machen, niemandem mehr gefallen, nichts mehr darstellen, keine Rolle mehr spielen. Er hat keine Angst, dass ihm etwas genommen werden kann. Diese Erkenntnis hatte ich vor vielen Jahren in einer fremden Stadt. Wenn ich keine Geldbörse mit mir herumtrage, kann sie mir auch nicht verloren gehen oder gestohlen werden. Was mir genommen werden kann ist das irdische Leben. Das ewige Leben kann mir niemand nehmen. Ich war befreit von Angst.

Im Johannesevangelium heißt es: Das Weizenkorn muss sterben, wenn es Frucht bringen will. Johannes Tauler** weist darauf hin, dass im Sterben der bestehenden Natur, sich eine unerträgliche Angst zeigen kann. Der Mensch will nicht gern des Seinen absterben. Er will immer etwas sein. Am besten mehr als die anderen. Er will nichts verlieren, auf nichts verzichten müssen, seine Rollen weiter spielen, nicht umkehren. Sein Leben will er nicht ändern. Die Apostel, die Todesängste durchlitten hatten, wollten nur dem HERRN gefallen und nicht Menschen (Apostelgeschichte  5,29). David sieht seine Sicherheit beim HERRN, darum hat er keine Angst (Psalm 56,5). Die Angst vor Menschen bringt Verstrickung, wer aber auf den HERRN vertraut ist gesichert (Sprüche 29,25).

Sieg Wenn wir durch den Sohn zum Vater kommen, nimmt er uns unsere Ängst. Wir brauchen uns vor nichts mehr ängstigen. ER, der uns bedingungslos liebt, ist unser liebevoller Vater, Vertrauter und Freund, dem wir alles anvertrauen dürfen. Der jederzeit Sprechstunde hat. Der die Zukunft kennt.

Zu seinen Kindern, Vertrauten und Freunden spricht der HERR: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich stärke dich, ich helfe dir, ich halte dich mit der Rechten meiner Wahrhaftigkeit!“ (Jesaja 41,10)

Jesus spricht: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ (Johannes 16,33)

Die Apostel sprechen: „Denn jedes Kind Gottes überwindet die Welt, und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube!“ (1 Johannes 5,4).
„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten, weder Höhen noch Tiefen noch irgend ein anderes Geschöpf uns wird trennen können von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn!“ (Römer 8,38-39).

 

* http://de.statista.com/statistik/daten/studie/164503/umfrage/groesste-aengste-der-deutschen-2010/

** Johannes Tauler, Der Meister in dir

 

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