Arbeit

Sollte Arbeit nicht Freude machen? Warum gibt es in der Arbeit immer wieder Probleme in der Zusammenarbeit? Warum können wir nicht immer gut miteinander auskommen? Wird in ihrem Unternehmen schlecht über den Chef oder über Kollegen geredet? Wie sehr sind wir mit uns selbst beschäftigt? Werden wir für andere zum Segen oder zur Plage? Was bedeutet Arbeit für Sie? Austauschbare Ware? Schöpferisches Handeln? Produktionsfaktor? Erwerbstätigkeit? Spekulation? Unentgeltliche gemeinnützige Leistung? Forschen und entwickeln? Gewalttätigkeit? Identität? Sinn? Ursache für Krankheit?

Spagat Der Beruf ist prägend für die eigene Identität, sagt der Arbeitspsychologe Tim Hagemann. Aber wer keinen Sinn im Job findet, wird schnell als beruflich gescheitert abgestempelt. Unvermittelbare Langzeitarbeitslose werden meist gesellschaftlich ausgegrenzt statt mitgetragen und beschäftigt. Arbeitslosen Jugendlichen werden in vielen Ländern keine Perspektiven geboten?
Die Mehrzahl der Menschen arbeiten für das Lebensnotwendige. Viele arbeiten gerne. Sie erwarten, dass ihre Arbeit geschätzt wird. Andere, die Dienst nach Vorschrift machen, wurden zuvor meist von ihren Vorgesetzten übergangen oder verletzt und haben sich innerlich verabschiedet. Viele würden gerne arbeiten, finden aber keine Stelle. Bei manchen reicht der Verdienst nicht aus, ihre Familie ernähren zu können und die Rente später erst recht nicht.
Ein guter Arbeitgeber zu sein gelingt nur Wenigen. Wegen der Konkurrenzsituation und dem Strukturwandel steht meist die Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt. Die Personalkosten werden als Kostenblock betrachtet, den man reduzieren will. Auch Kirche und Sozialverbände bleiben davon nicht verschont. Sie leisten eine hervorragende Arbeit. Freiwilliges, soziales Engagement wird von ihnen hoch geschätzt und gefördert. Aber in ihrer Rolle als Arbeitgeber konkurrieren sie in den meisten Bereichen mit öffentlichen oder privaten Arbeitgebern. Dabei gelingt es ihnen meist nicht, sich den kapitalistischen Spielchen zu entziehen.
Was für ein Mitarbeiter ist ein guter Mitarbeiter? Der Billigste? Das Geld spielt immer mehr die zentrale Rolle. Manche Hilfsvereine wollen nur Geld. Mitarbeit ist nicht erwünscht. Allein mit Geldzahlungen und Lebensmittelspenden wird denen, die auf der Strecke bleiben, nicht nachhaltig geholfen. Meist haben sie ihre eigene Situation nicht einmal verschuldet. Integration und Beschäftigung wären meiner Meinung nach die bessere Lösung. Dem Herrn sei Dank, dass es bereits einige Initiativen gibt, die diesen Weg gehen.

Verkauft Die Beiträge der Politik haben Arbeitnehmer in den vergangenen dreißig Jahren kaum besser gestellt. Lobbyisten üben mehr Einfluss aus als Gewerkschaften. Werden Arbeitnehmer und Angestellte verkauft? In der Presse hört sich das oft so an: Ungerechte Steuerpolitik, die Familien mit Kindern benachteiligt und zur Kinderarmut führt; Mindestlöhne, die nicht ausreichen eine Familie zu ernähren; befristete Arbeitsverträge; Mitarbeiter werden in Zeitarbeitsunternehmen ausgelagert; Ältere, die mehr verdienen, werden durch Jüngere ersetzt um Lohnkosten zu sparen; Arbeitsplätze werden ins Ausland verlagert; Schichtarbeit und Wochenendarbeit nimmt ständig zu; über 8,9 Mio arbeiten in Deutschland regelmäßig oder ständig am Wochenende; die Jugendarbeitslosigkeit liegt in einigen südeuropäischen Ländern 2013 bei 36% bis 59%; Die Zahl der Zeitarbeiter in Deutschland ist von 200.000 im Jahr 2002 auf 900.000 im Jahr 2012 gestiegen.
Kirchliche Organisationen haben selber Zeitarbeitsfirmen gegründet oder arbeiten mit ihnen zusammen. In manchen kirchlichen Organisationen bekommen neue Mitarbeiter nur Zeitverträge. Wäre es nicht besser für die Kirchen, wenn sie sich nicht an die kapitalistischen Spielchen anpassten? Wären sie dadurch nicht glaubwürdiger? Ist der Arbeiter nicht seines Lohnes wert? (Vgl. Lk. 10,7)
Der HERR sagt: „Achtet den Sabbat als einen heiligen Tag, der mir gehört! Entehrt ihn nicht dadurch, dass ihr euren Beschäftigungen nachgeht. Entweiht ihn nicht durch Reisen oder durch Arbeit oder irgendwelche Geschäfte. Betrachtet ihn nicht als eine Last, sondern als einen Anlass zur Freude!“ (Jes 58, 13 )

Last In der Arbeit steckt Segen aber auch Mühe und Last. Wenn Arbeit Freude macht, ist es eher ein Segen. Nicht jeder kann tun, was er wirklich mag und sein Hobby zum Beruf machen. In Psalm 90 heißt es: „Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, achtzig Jahre. Und was an ihnen war, ist Mühsal und Trug.“ Wie vielen Menschen wird unnötigerweise bei der Arbeit das Tageslicht genommen? Wie vielen Menschen wird unnötigerweise der Sabbat genommen? Wieviele Menschen leiden unter der Schicht- und Nachtarbeit?
In der Zusammenarbeit mit Chefs, Kollegen, Kunden und Betreuten kommt es häufig zu Spannungen und Konflikten. Warum ist es für Menschen so schwer gut miteinander auszukommen? Warum machen sie sich gegenseitig das Leben schwer? Warum wird gelästert, konkurriert, polarisiert, beleidigt, gemobbt? Viele meinen sie wüssten es besser. Sie wollen dann den anderen ihren Willen aufzwingen. Oft haben sie dabei ihren eigenen Vorteil im Auge. Ein egoistisches Herz aber trennt. Der HERR zwingt niemandem seinen Willen auf (Vgl. Joh 6,67). Was passiert, wenn Mitarbeiter bei Entscheidungen nicht einbezogen werden? Was passiert, wenn man eine Arbeit hat, die nicht zu einem passt? Was passiert bei einem schlechten Arbeitsklima? Was, wenn Mitarbeiter ihre Firma bestehlen oder betrügen? Viele Menschen werden durch die Arbeit und ihre Begleitumstände krank. Ich frage mich, welche Zukunft Staaten, Organisationen, Unternehmen oder Mitarbeiter haben, die sündigen?

Reich Gottes Im Reich Gottes gibt es keine Arbeitslosen (Vgl. Mt 9,37). Gott geht es um alle Menschen auf der Welt. Jeder, der in seinem Weinberg arbeitet, erhält einen Tageslohn, damit er seine Familie ernähren kann – egal wie lange und wie viel er gearbeitet hat. Es wird keiner ausgegrenzt. (Vgl. Mt 20, 1-16). Wir werden aufgefordert, das zu tun, was Er uns sagt (Vgl. Joh 2,5). Es geht darum, dass wir nicht im Konsumsumpf den Boden unter den Füßen verlieren. Warum bleiben wir nicht in der Nähe des Herrn und mit Ihm in Verbindung! Warum  hören wir nicht auf Ihn und tun, was er uns sagt? Warum dienen wir nicht einander?

Liebe „Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst“ (Lk 10,27; Dt 6,5; Lev 19,18). Die Liebe bindet sehr eng zusammen. In der Arbeit und Zusammenarbeit treffen wir auf liebevolle Menschen aber auch auf vermeintlich schwierige oder sogar unausstehliche. Es liegt aber nicht an uns über die anderen zu richten. Wir würden dadurch die Position des Herrn einnehmen. Bedenken Sie auch, welche Gegenreaktionen ihr lästern und richten beim anderen auslösen würde? Egal wie der andere sein mag, ihn lieben heißt: Wir sollen sein Glück fördern und uns über sein Glück freuen und sein Unglück bedauern und mildern. Wir achten darauf, wie wir gemeinsam erfolgreich sein können. Das heißt, die Sache von der Person trennen.
Wenn wir den HERRN lieben, lieben wir auch seine Geschöpfe. Wenn wir im Herrn sind, lieben wir den anderen als Teil seines Körpers. Wir erkennen den göttlichen Funken, der in manchen Situationen in dem anderen uns entgegen leuchtet. Wenn wir sagen, ich kann ihn nicht lieben, vereiteln wir womöglich die Möglichkeit, dass der Herr den anderen durch uns lieben kann. Wir können dem anderen dienen, ihm helfen und ihn unterstützen, damit er erfolgreich ist. Dadurch wird die gemeinsame Arbeit und die Zusammenarbeit erfolgreicher. Denn wenn ein Teil ausgegrenzt wird oder leidet, leidet das ganze Unternehmen, der ganze Körper. Wir können nicht ein Glied im Leibe des Herrn verachten und das andere lieben. Die gilt für die gesamte Menschheit. Die Liebe zum Mitmenschen wächst, wenn wir nicht auf seine Fehler, sondern auf sein Gutes schauen. Wenn wir für die guten Erfahrungen mit dem Nächsten dem HERRN danken, wird sich vieles zum Guten verbessern.

„…Wenn ihr aufhört, andere zu unterdrücken, mit dem Finger spöttisch auf sie zu zeigen und schlecht über sie zu reden, wenn ihr den Hungernden zu essen gebt und euch den Notleidenden zuwendet, dann wird eure Dunkelheit hell werden, rings um euch her wird das Licht strahlen wie am Mittag.“ (Jes 58,9-10)

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