Die Welt ist eine Bühne

Hat Shakespeare recht, wenn wer sagt, die ganze Welt sei eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler? Ist es so, wie Nietzsche behauptet, dass das Dasein heißt, eine Rolle zu spielen? Spielen wir in unserem Leben vielleicht mehrere Rollen gleichzeitig? In der Familie, im Beruf, in der Freizeit, im Verein, in der Gemeinde. Ist es uns klar, dass wir Rollen spielen oder verdrängen wir das? Wer stellt uns die Bühne zu Verfügung, auf der wir spielen?

Kinder Wenn wir kleine Kinder fragen, was sie wollen, dann antworten sie häufig „spielen“. Meist suchen sie sich einen Spielkameraden. Sie spielen sofort mit ihnen völlig Fremden. Oft wollen sie genau das haben, mit dem der oder die andere spielt. Sie nehmen dem anderen die Sandschaufel weg und zerstören seine Sandburg. Raufen und streiten gehören dazu – ebenso sich schnell wieder versöhnen. Das „Ich“ steht im Mittelpunkt. Kinder wollen alles ausprobieren. Sie wollen von sich aus verschiedene Rollen spielen. Sie wollen ihren Willen durchsetzen. Wenn sie nicht miteinander auskommen, rennen sie zur Mutter oder zum Vater und klagen ihnen ihr Leid. Leider zwingt unser Bildungssystem sie sehr früh in ein Korsett und schränkt ihre Zeit und Möglichkeit zu spielen bereits in frühen Jahren ein. Sie werden gezwungen sich unterzuordnen, sich einzuordnen, dem Durchschnitt zu entsprechen.

Erwachsene Jeder von uns macht in seinem Leben seine eigenen, individuellen Erfahrungen? Jeder beurteilt die Wirklichkeit nach seinen persönlichen Erfahrungen? Lernen wir daraus? Passen wir unser Verhalten entsprechend an? Warum werden manche Menschen im Laufe der Zeit immer halsstarriger und eigensinniger. Warum werden andere hingegen immer hilfsbereiter und selbstloser. Warum halten viele an schlechten Gewohnheiten fest. Warum schauen viele der Not und dem Unheil auf der Welt nur zu und tun nichts dagegen? Spielen diese die Zuschauerrolle oder vielleicht eine Statistenrolle? Sind die Hauptdarsteller die Regierenden, die Wirtschaftsführer, die Geistlichen, die bekannten Sportler oder Musiker, die hohen Funktionäre, die Ehrgeizigen? Welche Rolle nehmen die Kranken, die Armen, die Hungernden, die Bettler und die Obdachlosen ein? Alle gehören doch zum Spiel dazu. Warum werden welche übergangen und andere ausgegrenzt? Haben wir nicht gelernt wie spielen funktioniert?

Milliardenspektakel und Hungersnot Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften sind gigantische Volksereignisse. Geld und Doping spielen zentrale Rollen. Manchmal frage ich mich, wie vielen Menschen könnte mit diesen Geldern geholfen werden? Staunend betrachte ich, wie vielseitig wir Menschen uns auf diesem Planeten bewegen können. Unglaublich, welche Leistungen der Mensch auf dieser Weltbühne alles fertigbringt. Ob es sinnvoll ist, immer im Kreis zu fahren oder auf zwei Brettern mit 150 Kilometern in der Stunde einen Berg runterzurasen, sollte jeder für sich selbst beurteilen. Jedenfalls werden die eingegangenen Risiken finanziell hoch belohnt und dem Volk wird ein Spektakel geboten. Erfolg, Misserfolg, Verletzung liegen nahe beieinander. Es gibt immer wieder Überraschungssieger. Wir wollen immer auf Seiten der Sieger sein. Wenn unsere Mannschaft oder unsere Skifahrerin gewinnt heißt es: „Wir haben Gold!“. Wenn sie verlieren: „Die haben verloren!“ Unglaublich, wie diese Sporthelden von manchen verehrt werden. Für jede Seite oder jeden Sportler soll der HERR den Sieg geben. Kennen Sie eigentlich den HERRN, der ihnen diese Bühne zur Verfügung stellt? Kennen Sie seine Weisung nicht „du sollst keine anderen Götter neben mir haben“? Warum stellen sie sich Buddha-Statuen in den Garten oder ins Wohnzimmer? Erkennen Sie den HERRN nicht, der hinter allem steht? Ehren und lieben sie den HERRN, der dies alles erst möglich macht?

Bühne Alles hat der HERR uns zur Verfügung gestellt. Die Bühne ist sein Werk. Diese Schönheit und Pracht, die Vielfalt und der unermessliche Reichtum unserer Mitwelt. Wir leben darin, können uns ausprobieren und austoben. Diese unfassbare Vielfalt und Schönheit der Menschen. Alle können daran teilhaben und ihre Rolle spielen. Keiner wird ausgeschlossen. Die Guten und die Bösen, die Reichen und die Hilfsbedürftigen, die Schwachen und die Weltmeister, alle spielen auf dieser Bühne zusammen. Alle gehören dazu, damit das Spiel spannend und unterhaltsam bleibt. Keiner darf fehlen. Es gibt keine Fehlbesetzung. In jedem Menschen steckt ein göttlicher Funke. Jeder hat seine Rolle im Leben. Die Bühne selbst lebt. Sie bewegt sich, alles ist im Fluss. Ein ständiges Werden und Vergehen. Die Luft, die mein Gegenüber ausatmet, atme ich ein. Die Worte, die mein Gegenüber spricht, treffen mich. Das Tun oder Unterlassen des Gegenüber wirken sich auf meine Spielmöglichkeiten aus.

Theater Manche wollen sich über die anderen erheben und ihren eigenen Willen durchsetzen. Manche auf Kosten anderer in Luxus leben. Manche für ihren eigenen Reichtum die Schätze der Erde ausbeuten. Es gibt die Zuschauer, die Mitwirkenden, die Statisten. Es gibt welche, die sich nur an Fasching verkleiden. Andere verkleiden sich das ganze Jahr über. Es gibt Vorgesetzte und Politiker, die sich aufspielen. Wenn wir uns an die Weisungen des HERRN halten, kann ein liebevolles miteinander spielen gelingen. Moralische Erfahrungen, gegenseitiges Verständnis, Würde und Unantastbarkeit des anderen, Geschwisterlichkeit und Barmherzigkeit machen es möglich. Es bleibt nicht aus, dass wir andere verletzen, weil wir uns nicht richtig verhalten, uns missverständlich ausdrücken oder nichts oder das Falsche tun. Wer dies erkennt, bleibt zurückhaltend mit seinem urteilen und mit seinen Worten. Er bittet um Verzeihung, macht den ersten und weitere Schritte zur Versöhnung. Er fragt, ob er helfen kann? Er hält sich raus, wenn seine Hilfe nicht erwünscht ist. Er achtet seine Mitwelt. Was passiert, wenn wir miteinander spielen und nicht die Weisungen des HERRN dabei berücksichtigen? Wir hören täglich in den Nachrichten, was dabei rauskommt, wenn die Menschen nicht liebevoll miteinander und mit der Mitwelt umgehen: Zerstörung, Unfrieden, Streit, Krieg, Vernichtung, Ausbeutung, Hass. Hat sich der HERR die Statistenrolle von Adam und seine Ausreden gefallen lassen? Der HERR will, dass wir auf ihn hören, unsere Begierden beherrschen lernen und unsere Schuld erkennen und bekennen. ER will, dass wir erkennen, dass alles zusammengehört. Alles ist Eins.

Nachfolgen Viele Erzählungen in den Heiligen Schriften zeigen uns, wie wir bestimmte Szenen in unserem Leben spielen können. Es wird uns offenbart, wie der HERR in bestimmten Szenen gehandelt hat. Wenn etwas falsch läuft, warnt der Vater die Spieler durch Boten oder durch den Heiligen Geist. Wenn wir dann bereuen und umkehren, öffnet der barmherzige Vater uns einen Weg zum Guten. In Jesus Christus hat uns der HERR gezeigt, was es bedeutet, die Hauptrolle eines Kindes Gottes zu spielen: vieles aufgeben, mit dem Herrn verbunden bleiben, sich vom Herrn führen lassen, ohne Ihn nichts zu tun, sein Leben für andere aufopfern. Ist es entscheidend, welche Rolle wir spielen? Mose wollte die Rolle, die der HERR für ihn vorgesehen hatte, zunächst nicht spielen. Wollen wir uns führen lassen? Vertrauen wir darauf, dass das für uns das Beste ist? Viele kennen die Weisungen des HERRN. Aber haben sie die Kraft nach diesen Weisungen zu handeln? Lassen wir uns führen oder suchen wir immer etwas anderes, neues, abwechslungsreicheres?

Nun spielt mal schön miteinander!

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