Herrschen oder dienen?

Bin ich geschaffen worden um zu herrschen oder zu dienen? Wem dienen wir? Kann man Gott und dem Vaterland dienen? Der Größte unter euch soll euer Diener sein! Was ist damit gemeint? Sind wir wirklich frei oder sind wir Sklaven unserer Begierden. Macht der HERR wirklich frei? Können wir Gottes Gnade durch Gutes tun verdienen? Schaffen wir das, dem HERRN dienen oder versagen wir dabei immer wieder?

Viele Menschen wollen nicht anderen gehorchen und ihnen dienen. Der Grund liegt darin, dass sie meinen, es selber besser zu können oder wenigstens besser zu wissen. Sie wollen nicht beherrscht werden. Sie wollen frei sein. Wollen ihren Eltern nicht gehorchen. Auf der anderen Seite, haben wir den Drang, über andere herrschen zu wollen – ihnen unseren Willen aufzuzwingen, Macht auszuüben. Jesus sagt: Der Größte unter euch soll euer Diener sein. Ist das Dienen die wahre Weise des Herrschens, wie Benedikt XVI. schreibt? Ist eine Führungsposition die beste Möglichkeit anderen zu dienen, wie bekannte amerikanische Autoren meinen? Sollen wir Gott und dem Vaterland dienen, wie manche Pfadfinder es geloben, oder nur dem Vaterland, wie Armeeangehörige in manchen Ländern schwören müssen? Ein Pfarrer meint, dass in der Kirche alle dienen wollen, aber möglichst weit oben. Wenn schon dienen, dann in der ersten Reihe, damit es jeder sieht. Haben wir nicht erhebliche Probleme damit, anderen zu dienen?

In den Heiligen Schriften werden wir dazu aufgefordert, den HERRN, unseren Gott anzubeten und ihm allein zu dienen. Es wird ausdrücklich klargestellt, dass man nicht zwei Herren dienen kann. Immer wieder wird davor gewarnt, falsche Götter anzubeten und ihnen zu dienen. Jesus wird von Satan die Weltherrschaft angeboten. Heißt das, dass der Satan die Welt regiert? Das Angebot Satans lehnt Jesus ab. Ist jedem eigentlich klar, wem er dient? Andere Götter anbeten heißt, den HERRN und seine Wege verlassen. Müssen wir uns nicht immer wieder neu zwischen dem Guten und dem Bösen entscheiden?

Der HERR hat sein Volk aus der Knechtschaft herausgeführt, damit es ihm allein dienen kann. So geschieht es auch noch heute mit uns. Wer sich dem HERRN nähert, den befreit er aus seinen Abhängigkeiten. Martin Luther fasst die Freiheit eines Christen plakativ in zwei widersprüchliche Sätze: Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan. Luther will damit unter anderem ausdrücken: Außer dem Wort Gottes, kann die Seele alles entbehren. Die Liebe ist untertan und dienstbar dem, was sie lieb hat. Sollen wir dem dienen, was der Menschheit und dem gemeinsamen Leben der Völker sowie der Natur hilft, wie Jörg Zink meint? Wann dienen wir dem HERRN und wann dienen wir nur uns selbst? Lässt sich das eindeutig trennen?

Die Unterscheidung von Herren und Dienern ist nach Apostel Paulus aufgehoben. Wir sind nicht mehr Diener und Knechte, sondern Kinder des HERRN. Jesus nennt uns nicht Diener, sondern seine Freunde. Seinen Freunden sagt er: „Liebt einander!“ Was haben wir dafür getan? Eigentlich Nichts. Der HERR hat uns befreit. Der HERR dient uns. Mit den unermesslichen Schätzen, die er für uns bereitstellt; mit einem Ozean voll Gnade und Barmherzigkeit, in den wir eintauchen können. Mit Jesus Christus, seinem größten Schatz für uns. Als Kinder sind wir keine Diener oder Knechte des besten Vaters, den man sich überhaupt denken kann. Als Kinder des Vaters, dürfen wir alles von ihm erwarten. Als Kinder können wir täglich von unserem Vater lernen. Als Kinder dürfen wir auch mal versagen. Sollten wir nicht besser auf ihn hören und das tun, was er uns sagt. Jesus tat nur, was er den Vater tun sah.

Weil wir die Liebe und den Reichtum erkennen, mit denen uns der Vater überschüttet, wollen wir uns Ihm gegenüber dankbar zeigen. Wir haben ein inneres Verlangen, etwas Ihm zu Liebe zu tun. Für uns gilt nun nicht mehr: „Du sollst.. „ sondern: „ Du wirst, den HERRN, deinen Gott anbeten, und ihm allein dienen.“ Wir lieben unseren Nächsten dem Vater zu Liebe. Wir erkennen, dass auch die Nächstenliebe ein Geschenk des Vaters ist. Gleichzeitig werden wir mit unserer Schwachheit konfrontiert. Wir finden bei uns die gleichen Schwachheiten und Fehler, wie bei den Auserwählten in den Heiligen Schriften. Durch unsere Worte, unser Tun, unser Unterlassen verletzen wir andere und stiften Unfrieden, anstatt zu heilen und zu helfen. Das erinnert mich an das Wort des Apostels Paulus, dem es ebenso erging. Er will nur das Gute tun, schafft es aber nicht. Die Hilfe liegt in unserem Freund Jesus Christus, der alle bittet zu Ihm zu kommen. In Ihm finden wir Ruhe, Frieden und Freude. Jesus ist beim Vater und eins mit Ihm. Seine Freunde hören seine Stimme. In der Verbindung mit Jesus Christus können wir nun das tun, was der Vater will: Einander bedingungslos lieben! Sich gegenseitig dienen, mit den erhaltenen Gaben.

Der HERR sucht sich seine Freunde selber aus. Durch den Heiligen Geist sagt er seinen Freunden, was sie tun sollen. Wir hören nun das Wort seiner Mutter Maria an uns gerichtet: „Was immer er euch sagt, das tut.“ Kannst Du warten, bis Du die Worte hörst „So spricht der HERR“? Nur der HERR hat die Autorität Menschen zu sagen, wie Sie Ihm persönlich dienen sollen. Kannst Du dann geduldig warten bis der HERR dich zu dem Werk tauglich gemacht hat? Lässt Du alles dankbar mit Dir machen, wie es dem HERRN wohl gefällt? Bist Du dazu bereit, alles aufzugeben? Kannst Du warten, bis Er den Anfang macht. Kannst du dann geduldig mitarbeiten und sehen, wie der HERR das Werk vollbringt? Kannst Du ihm dann allein die Ehre überlassen? Das ist alles nicht so einfach für uns.  Wie die Auserwählten in den Heiligen Schriften, müssen wir mit unserem Versagen rechnen. Sage jetzt nicht, wie Petrus: „Ich doch nicht!“  Mit eigenen frommen Werken können wir den HERRN nicht dazu bringen, uns etwas zu geben oder zu tun. Ein wenig mitarbeiten und in der ersten Reihe stehen fällt uns gewiss leichter.  Unser HERR will uns aber  von den Dingen befreien. Jesus ist  nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern dass er uns diene. Jesus kam nicht um Dinge oder eine Kirche aufzubauen sondern die hilfsbedürftigen Menschen.

 

Johannes 15,12-17

Das ist mein Gebot: Dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.

Niemand hat grössere Liebe als wer sein Leben einsetzt für seine Freunde.

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.

Ich nenne euch nicht mehr Diener, denn der Diener weiss nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich euch alles kundgetan habe, was ich von meinem Vater gehört habe.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt, damit euch der Vater gibt, worum ihr ihn in meinem Namen bittet.

Dies gebiete ich euch: dass ihr einander liebt.

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