Opfer

Will der HERR Opfer? Welchen Zweck haben die Opfer? Welche Bedeutung kommt ihnen heute zu? Können wir mit dem HERRN handeln? Was hat Jesus zum Opfern gesagt? Hat Jesus das Opferbusiness abgeschafft?  Welche Opfer sind am kostbarsten? Was können wir mit unseren Opfern vollbringen? Zeigen wir unsere Dankbarkeit gegenüber dem HERRN mit unseren Opfern? Sollen wir einem Bettler immer Geld geben?

Wir Menschen brauchen Rituale und Ethik. Dies zeichnet die Völker schon immer aus. Bereits vor mehreren Tausend Jahren wurde den Göttern geopfert. Das Opfer beinhaltete die Möglichkeit den Göttern zu begegnen. Man wollte ihnen damit danken, oder sie um etwas bitten. Die Menschen opferten aus Angst vor den Naturkatastrophen, Missernten, Krankheiten und Kriegen. Sie wollten die Götter freundlich stimmen, Regen erflehen, persönliche Vorteile haben. Wenn sie in eine fremde Stadt oder ein fremdes Land kamen, opferten sie auch deren Göttern. Es kann ja nicht schaden. So ist es mancherorts auch heute noch. Mit den Opfern wird die Nähe zu dem Gott oder den Göttern gesucht. Es geht soweit, dass auch heute noch Menschen mit Gott handeln: Wenn du mir hilfst, dann bekommst du das und das von mir. Das klingt wie in manchen Märchen. Derjenige, der etwas Besonderes vollbringt, erhält die Königstochter.

Der HERR hat die Götterkulte, die Menschenopfer und die Tieropfer ein für allemal selbst abgeschafft. ER will sie nicht und ER braucht sie nicht. Mit dem Opferkult stellte ER Sühnemittel bei Übertretung seiner Weisungen bereit. Die Rettung ist schon immer allein das Werk des HERRN und seiner Barmherzigkeit zu verdanken. Es ist dem HERRN zuwider, wenn seine Geschöpfe geopfert werden. Im Judentum wurde bereits nach der Zerstörung des ersten Tempels der Opferkult durch das Gebet ersetzt. Mit der Zerstörung des zweiten Tempels wurden die Opferrituale dann endgültig abgeschafft. Bereits die Propheten hatten immer wieder gefordert, mit den Tieropfern aufzuhören und stattdessen die Weisungen zu halten. Der HERR will Liebe und keine Tieropfer. Es gibt keinen Opferzwang mehr. Alles ist freiwillig. Die Zuneigung des HERRN können wir durch Gehorsam erlangen, nicht durch irdische Gaben.

Der Tempel befindet sich nun im Inneren jedes Menschen. Der Opferaltar ist in uns. Der HERR ist zu jeder Zeit und an jedem Ort immer ansprechbar. Das Gebet verschafft dem Gläubigen den direkten Zugang zum HERRN. In der Stille hört er seine Stimme. Im Geist steigt er hinauf zum HERRN. Die Opfer, die wir für unsere Verfehlungen bringen können, sind die Umkehr, das Gebet, die freiwillige Hingabe des Ich. Die Vergebung, die Hilfe und die Barmherzigkeit des HERRN wird im Gebet angefleht. Die Dankbarkeit und der Lobpreis wird im Gebet ausgedrückt. Der HERR nimmt unsere Gebete jederzeit an. Sein Wille geschehe, denn er weiß, was das Beste für uns ist. Unsere Hingabe an den HERRN bewirkt in uns ein neues Leben. Der HERR ist uns nah. Das Opfer am Kreuz ist für uns die Zusage, dass der HERR uns liebt und seine Barmherzigkeit uns retten wird. ER hat sich selbst für die Seinen aufgeopfert.

Jesus hat zum Opfern aufgefordert. Das Geschäftemachen mit den Opfergaben hat er verurteilt. Er sagte auch: Gebt, so wird euch gegeben werden. Die Nichts haben, werden alles empfangen. An anderer Stelle weist er daraufhin, dass dem Opfer Umkehr, Versöhnung und Wiedergutmachung vorausgehen müssen. Wir finden verschiedene Wege in den Heiligen Schriften, wie sich gestörte Beziehungen zwischen Mitmenschen oder zwischen Menschen und dem HERRN wieder herstellen lassen. Der HERR will, dass wir ihm gehorsam sind. Opfer können den Gehorsam nicht ersetzen. Wiedergutmachung, Schadenersatz, Versöhnung und Vergebung ist angesagt. Jesus hat uns vorgemacht, was sich opfern bedeutet: lieben! Das lässt sich umschreiben mit: dem HERRN zur Verfügung stehen und seinen Willen tun, schwierige Mitmenschen ertragen, Schläge einstecken und nicht zurückschlagen, immer und alles verzeihen, der Unterste sein, Unrecht ertragen, selbstlos dienen, den Hilfsbedürftigen helfen, nicht richten und verurteilen. Bringen wir es fertig, wie ER zu lieben? Das Kostbarste, das wir haben, sind wir selbst. Haben wir das Zeug zum Märtyrer? Das schaffen nur ganz Wenige. Aber wir können uns mehr und mehr bemühen den Weisungen des HERRN zu folgen, zu lieben, gerecht und barmherzig zu sein, für andere da zu sein und Frieden zu stiften.

Wie schwierig ist es doch seinen eigenen Willen zu opfern? Das ist meist ein längerer Prozess. Vielen passt es ganz gut, wie es ist. Aber sollten wir uns nicht ändern? Sollten wir nicht aufhören, nur an uns zu denken? Ist es ausreichend, wenn wir nur Geld spenden? Sollten wir uns nicht von unserer unersättlichen Gier und unserem egoistischen Geiz verabschieden, die Mitmenschen, Tiere und die Natur schädigen. Sollten wir nicht endlich anfangen das Gute zu tun, das wir bereits erkannt haben? Sind wir noch zu bequem umzukehren? Der sinnlose Tod von zehntausenden hungernden Menschen täglich, die unerträglichen Arbeitsbedingungen von Millionen junger Menschen, die Massentierhaltung, die Zerstörung und Ausbeutung der Erde, die Armut – verlangt dies nicht nach Opfern von uns?

Die Zeit, die wir opfern, die Euros und Dollars, die wir spenden, sie tun auch uns gut. Auch wenn es uns manchmal nicht so leicht fällt. Wir tun es nicht nur für unsere Mitmenschen oder unsere Mitwelt, sondern wir tun es aus Liebe zum Herrn. Aus Dankbarkeit für seine Liebe. Aus innerem Antrieb. Die Liebe will schenken. Der Dankbare will schenken. Wo Menschen den Mitmenschen und der Mitwelt selbstlos dienen, da ist unsere Hilfe gut aufgehoben. Da ist das Reich des HERRN nahe. In der Entwicklungshilfe hat sich gezeigt, dass Geld nicht immer das richtige Mittel ist. Anleitung zur Selbsthilfe ist oftmals besser. Fraglich ist es, ob Bettlern mit Geld geholfen ist, die nachher Alkohol oder Drogen dafür kaufen. Sie werden dadurch ihr Leben nicht ändern. Wenn ein Mitmensch unser Herz berührt, kann es manchmal hilfreicher sein, Zeit mit ihm zu verbringen, ihn zum Essen einzuladen, ihn wieder aufzusuchen, ihm helfen umzukehren.

Bei allem Tun und Geben sollten wir auf unser Inneres hören. Wie es uns damit geht. Der HERR führt uns. Unsere Hilfe kommt dann zur rechten Zeit an den rechten Ort. Einen fröhlichen Geber hat der HERR lieb. Und für Einzelne kann es zum Glücksfall werden, alles aufzugeben. Nicht nur die Heiligen Schriften, auch die Märchen erzählen solche Geschichten. Welch tiefe Weisheiten verbergen sich dahinter? Die größte Belohnung hier auf Erden, die wir manchmal erhalten, ist die Freude des HERRN, die aus unserem Mitmenschen heraus uns entgegenstrahlt. Diese köstlichen Momente bleiben tief in unserem Herzen gegenwärtig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwanzig − zwölf =