Über das Böse und das Gute

Warum gibt es soviel Böses auf der Welt? Wie beurteilen wir, was böse und was gut ist? Kann aus dem Bösen auch etwas Gutes entstehen? Wie gehen wir damit um? Wie zeigt sich das Böse? Wie kommen wir dagegen an? Woher kommen die bösen Gedanken in uns? Gibt es eine Macht des Bösen? Warum predigen viele das Gute und tun das Böse?

Nach Hannah Arendt verursacht das wirklich Böse sprachloses Entsetzen bei uns. Alles was wir noch sagen können lautet: „Dies hätte nie geschehen dürfen.“ So geht es uns, wenn wir an den Holocaust denken, an Kriege, an Unrechtsstaaten, an Völkermord, Ausbeutung, Kinderarbeit, Kinderprostitution, Amok-Läufe, Massenvergewaltigungen, Selbstmordattentate, Terror-Anschläge, Hetze und Verfolgung von Migranten, sexuellen Missbrauch. Unschuldige wurden kaltblütig ermordet oder schwer verletzt. Mitmenschen werden als Mittel zum Zweck missbraucht. Ein bedrückendes Gefühl steigt in uns hoch. Wir suchen nach Antworten auf das offensichtlich Böse. Wieso geht das Mitmenschliche verloren? Wo bleibt das Mitgefühl? Was geht in den Menschen vor, die dieses Leid, diese Zerstörungen und Verletzungen verursachen? Die diese Schuld auf sich laden? Wir wissen es nicht genau. Unsere Vorstellungen über das Böse sind unvollkommen.

Es gibt gewissenlose Täter aber auch viele, die ihre Tat hinterher bereuen. Und es gibt auch Opfer, die ihren Tätern verzeihen können. Die Opfer müssen Wiedergutmachung erfahren können. Manche Täter sind fanatisch. Manche erkennen ihre eigene Schuld nicht an. Dazu gehören die Anonymen, die Mitläufer, die sich auf Befehle, auf die anderen berufen. Es gibt auch todunglückliche Täter, die mit ihren Mitmenschen aus eigener Kraft nicht zurechtkommen können. Andere bekommen ihre Triebe nicht in den Griff. Viele wollen auf Kosten anderer reich werden. Andere geraten in einen Gewaltrausch oder randalieren, zerstören, verletzen absichtlich. Manche lassen sich von Randale oder nationalistischem Hass so faszinieren und anstecken, dass sie mit Stiefeln auf Menschen einstauchen, die am Boden liegen. Das Böse hat viele Gesichter. Die Tat und den Täter sollten wir getrennt betrachten. Die Tat ist verabscheuungswürdig. Der Täter kann umkehren, bereuen, gerettet, geheilt werden. Aus Bösem kann auch Gutes entstehen, wie die Josefsgeschichte und die Jesusgeschichte uns zeigt.

Es gibt viele Stimmen in uns, die unser Handeln beeinflussen. Darunter sind Stimmen, die uns zum Bösen verleiten wollen, aber auch Stimmen, die uns auffordern das Gute zu tun. Den Menschen ist gesagt, was gut und was böse ist. Die Eltern, die Glaubensgemeinschaften, die Heiligen Schriften, die Kindergärten und Schulen bringen den Kindern und Jugendlichen ethische und moralische Grundsätze bei, für den Umgang mit dem HERRN, den Mitmenschen und der gesamten Schöpfung. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das Gute ist die Liebe. Der Mensch kann frei wählen, ob er Gutes oder Böses tun will. Das Böse zerstört oder beschädigt das Gute. Der Weg zum Bösen wird durch konkrete Weisungen, Ordnungen und Gesetze erschwert. Die Einhaltung wird kontrolliert. Wer dagegen verstößt muss mit Konsequenzen und Strafe rechnen. Wer eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, kommt, nachdem er seine Strafe abgesessen hat, in Sicherungsverwahrung. Das Gute vom Bösen zu unterscheiden gehört zum Sinn des Lebens.

Das Böse schädigt Menschen, Tiere und Natur. Auch in mir kommen böse Gedanken hoch. Der böse Trieb gehört auch zu mir. Wenn ich betrachte, zu was es führen kann, wenn ich ihm folge, schrecke ich zurück. Aber auch ich bin verstrickt in viele böse Dinge. Auch ich verursache viel Leid durch mein Nichthandeln und durch meinen Konsum. Ich leide unter dem Bösen und unterstütze es zugleich. Ich predige das Gute und bin in das Böse verstrickt. Einige Stichworte hierzu: Unserer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft stehen Hunger und Armut in Drittländern gegenüber, Bürgerkriege, Hungerlöhne, Kinderarbeit, Korruption, Antijudaismus, Fremdenhass, Feindschaft, Massentierhaltung, Verschmutzung und Ausbeutung unserer Erde. Auch ich gehöre zu den Anonymen, den Mitläufern. Nichts zu tun und wegzuschauen erscheint einfacher. Aber wenn wir dem Bösen nicht entgegengetreten, breitet es sich weiter aus. Wir wissen inzwischen, dass wir umkehren müssen. Wir müssen unsere Interessensgruppenpolitik, unseren Umgang mit den Mitmenschen, unser Kaufverhalten, unsere Ernährung und unseren Umgang mit der Umwelt ändern. Wir müssen das Böse mit Gutem bekämpfen. Nicht mit Gewalt, sonst erzeugen wir nur Gegengewalt. Nicht Böses mit Bösem vergelten. Dem Bösen täglich entgegenzutreten erfordert viel Mut. Wie gut, dass wir nicht allein sind. Wir haben Jesus an unserer Seite, der für uns beim Vater bittet, uns vor dem Bösen zu bewahren. Und wir bitten in Gemeinschaft immer wieder darum, von dem Bösen erlöst zu werden. Unser Weg zum Guten ist der schwierigere Weg zu einem höheren Ziel.

Auf den ersten guten Gedanken folgen bei mir immer viele Wiederreden, die mich von den guten Taten abbringen wollen. Die mir die Nachteile einreden wollen. Wenn ich zu lange zögere, ist es manchmal zu spät und die Chance vertan. Das Gute muss um seiner selbst willen getan werden. Es sollte eine Herzensangelegenheit sein. Wir müssen erkennen, wo Gutes unterlassen und verdeckt Böses getan wird, sonst verstricken wir uns immer mehr mit dem Bösen. Wir dürfen nicht nach dem Motto handeln: einmal ist keinmal. Vor dem Bösen oder satanischen Mächten brauchen wir uns nicht fürchten. Die Heiligen Schriften geben uns Hinweise, wie wir mit dem Bösen fertig werden. Wir können das Böse, wenn es an uns herantritt, mit den Worten der Heiligen Schriften leicht abwehren. Wir können dem Bösen die Tür zusperren, damit es nicht in uns eindringen kann. Wir können Orte, an denen Böses vorherrscht, verlassen. Wir können dem Bösen aus dem Weg gehen. Das Böse führt in die Abhängigkeit, raubt die Freiheit. Wo keine Meinungs-, Glaubens- Gewissensfreiheit herrscht, wo es keine Gleichberechtigung gibt, wo Menschenrechte missachtet werden, wo die Würde des Menschen verletzt wird, wo lieblos mit Menschen, Tieren und Natur umgegangen wird, da mache nicht mit. Lasst uns zurückkehren zum HERRN, unserem Vater, in unser Vaterhaus! Lasst uns seinen klugen Weisungen, seiner Wahrheit folgen – auf seinen Heiligen Geist hören.

Ob wir uns auf dem richtigen Weg befinden, erkennen wir an der Liebe, der Gerechtigkeit und der Wahrheit im Umgang mit der Mitwelt. Die Liebe tut dem anderen nichts Böses.

 

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