Vorbilder

Leben wir als Vorbilder für andere? So dass jemand sagt, so wie er möchte ich auch sein. Meine Kinder haben vor Jahren zu mir gesagt. „Lass uns mit deinen Bibelversen in Ruhe!“ Ist es nicht besser vorbildlich zu handeln, als zu predigen? Halten sich alle Prediger an das, was sie uns predigen? Leben wir so, dass der Name des HERRN geehrt wird, dass unsere Liebe zum HERRN sichtbar wird? Wird unsere Liebe zum Mitmenschen für andere sichtbar? Versuchen wir den Hilfsbedürftigen zu helfen? Gehen wir mit der Umwelt besser um als die anderen? Gehen wir mit unseren Einkäufen anders um als die anderen? Ist unser Lebensstil vorbildlich? Der antijudaistisch eingestellte Chrysostomos hat die Schwächen der Christen bereits vor 1600 Jahren folgendermaßen formuliert:

„Und wenn sie sehen, daß wir dieselben Leidenschaften haben, dieselben Begierden nach Herrschaft und Ehre, wie können sie für das Christentum eine Bewunderung hegen? Sie haben sträfliche Sitten vor Augen, irdisch gesinnte Herzen. Dem Gelde huldigen wir gerade so wie sie, ja noch viel mehr. Vor dem Tode haben wir dieselbe Angst wie sie, die Armut ist uns ein Schrecken wie ihnen, Krankheiten fürchten wir wie sie, für Ehre und hohe Stellungen sind wir ebenso eingenommen, der Geiz plagt auch uns, und wir sind ebenfalls Anhänger des Aberglaubens. Wo sind denn die Motive, die sie zum Glauben bringen sollen? Wunder? Die geschehen nicht. Unsere Aufführung? Die taugt nichts. Die christliche Liebe? Nirgends eine Spur von ihr.“

Welchen Eindruck hinterlassen Religionsführer bei uns, die immer auf den Ehrenplätzen sitzen, durch eine besondere Anrede geehrt werden wollen, in Palästen wohnen, in modernen Karossen mit Chauffeur durch die Gegend fahren, ein patriarchalisches Weltbild vertreten und sich selber nicht an das halten, was sie predigen? Wir können von guten und schlechten Vorbildern lernen. Menschen sind meist nur begrenzt als Vorbilder geeignet. Lasst uns doch den Herrn Jesus Christus als Vorbild nehmen.

Quelle: Chrysostomos, Homilien über den I. Brief an Timotheus, Zehnte Homilie, III.

http://www.unifr.ch/bkv/awerk.htm

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