Eins werden

Lässt sich Einsamkeit mit einem Partner überwinden? Kann eine Partnerbörse helfen, den richtigen Partner zu finden? Kann man tiefe, innige Beziehungen planen oder ist dies ein Geschenk des HERRN?

Einsamkeit Jeder Mensch entdeckt, dass er einsam ist.  Er muss mit der Einsamkeit und den dadurch entstehenden Spannungen zurechtkommen.  Viele versuchen durch die unterschiedlichsten  Aktivitäten der Einsamkeit zu entfliehen. Sie stürzen sich in Vergnügungen, Freizeitaktivitäten, manche sogar in die Arbeit. Viele Singles suchen in Partnerbörsen nach einem idealen Partner, um der Einsamkeit zu entgehen.  Bereits in den Heiligen Schriften heißt es: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. (Genesis 2,28). Ist die Sehnsucht, mit einem Menschen eins zu werden, in uns eingepflanzt? Wir meinen, mit dem richtigen Partner, dem Seelenverwandten, könnten wir der Einsamkeit entgehen.  Ist aber nicht alles vergänglich? Erfahre ich mich nicht in allem als Mittelpunkt. Eltern, Verwandte, Freunde, Ehepartner und Kinder sind auch nur Partner auf Zeit. Auch in der engsten Partnerschaft erfahre ich einen Rest an Einsamkeit. Nach Klaus Vollmer kann  nicht ein vergängliches menschliches Du mir mein Ich erfüllen. Nur in der Gemeinschaft mit Jesus Christus ist dies möglich.[1]

Partnervermittlung Es gab Zeiten oder Volksgemeinschaften, da wurden Ehen als Verbindung zweier Familien angesehen und nicht nur von Einzelpersonen. Für manche Familien gilt dies heute noch. Juden kennen den/die Eheanbahner/-in (Schadchen).  In Interviews werden die persönlichen Interessen, Hintergründe, Perspektiven besprochen und ergründet, wie der Wunschpartner/die Wunschpartnerin sein sollte. Die jüdische Tradition berücksichtigt, dass Beziehungen auch scheitern können. Deshalb werden Eheverträge geschlossen. Im 19. Jahrhundert wurden für die Missonare Missionsbräute ausgesucht. Angeblich  waren die Ehen sehr stabil, obwohl sich beide Partner vorher nicht kannten.

In den Heiligen Schriften lesen wir, wie der HERR bei Partnervermittlungen mitwirkt.  Abraham sandte seinen obersten Mitarbeiter in sein Heimatland, um für seinen Sohn Isaak eine Frau zu suchen. Rebekka und Isaak kannten sich nicht. Der Diener Abrahams suchte die Frau aus, die schön, fleißig, freundlich und hilfsbereit war. Gebete begleiteten den Prozess und Rebekka stimmte in freier Entscheidung sehr schnell zu, ihre Familie und ihr Land zu verlassen, um die Frau des ihr unbekannten Isaaks zu werden. Alle Beteiligten erkannten: Das kommt vom HERRN! (Genesis 24) Simson nahm sich eine Tochter der damals herrschenden Philister zur Frau. Seine Eltern waren dagegen und wollten, dass er eine Frau vom eigenen Volk heiratet. Sein Vater und seine Mutter erkannten nicht, dass es vom Herrn kam. (Richter 14). In den Sprüchen 19,14  lesen wir: Haus und Vermögen vererben die Eltern, aber eine einsichtsvolle Frau kommt vom HERRN.

Entscheidung Es ist nicht leicht, den richtigen Partner zu finden. Jeder Mensch ist einzigartig. Er bringt vieles mit: Familie, Freunde, Verhaltensweisen, Ängste, Hoffnungen, Meinungen, Ausbildung, Wissen, Gefühle, Vorstellungen, Wertesysteme, Freizeitverhalten, Gewohnheiten, Glaube, Träume…Nicht einfach, einen Menschen zu finden, für den dieselben Dinge wichtig sind, der dieselben Vorstellungen, Hoffnungen, Träume, Werte und denselben Glauben hat. Die Wahl des Partners hat eine gewaltige Bedeutung für die Zukunft. Wie wir Gott anbeten und ehren, wie wir leben, wie wir miteinander umgehen, wie wir uns weiterentwickeln,  wie wir uns gegenseitig öffnen und vertrauen, wie wir anderen helfen, aufbauen oder niedermachen, Friede oder Unfriede säen, wie gut wir miteinander auskommen, miteinander oder nur nebeneinander leben – alles dies und noch viel viel mehr hängt zu einem großen Teil vom starken, gegenseitigen Einfluss ab, den die Partner aufeinander ausüben. Wie gut, wenn wir uns beraten lassen, wie es in Sprüche 20,18 empfohlen wird. Passen sie geistlich zusammen? Passen die Charaktereigenschaften zusammen? Passen die Interessen zusammen? Passen die Träume, Sehnsüchte und Visionen zusammen? Eine Partnervermittlung kann Menschen zusammenführen, die viele Übereinstimmungen haben.  Allerdings sind alle Ratschläge und viele gemeinsamen Gespräche noch keine Garantie dafür, dass die Ehe auch gelingen wird. Empfindungen und Gefühle können sich im Laufe der Zeit ändern. Am  Besten ist es, wenn die Partner die Sicherheit bekommen: Es kommt vom HERRN! Dann haben sie den richtigen Partner gefunden.

Eins werden  Das wichtigste Ziel einer Ehe unter Christen ist es, mit dem HERRN und dem Partner eins zu werden. (Genesis 2,24, Johannes 17,11.21). Beide Partner können sich ständig weiter und höher entwickeln. Sie sind nicht Vertragspartner – sondern sie leben jetzt nicht mehr für sich selbst. Sie können die Sehnsucht nach dem HERRN und dem Partner in sich immer tiefer erleben und kennen lernen. Sie können sich mit Blicken ohne Worte verständigen. Sie können Eins werden in Christus. Es ist Jesus Christus in uns, der eine gute Beziehung ermöglicht, der das Eins sein bewirkt, der die innere Einsamkeit hinweg nimmt. Wie er uns geliebt hat, so sollen wir uns auch lieben. Das schaffen wir von uns aus nicht. Aber er schafft das. Seine Liebe in uns schafft das. Seine Liebe bewirkt Gutes in uns. Lassen wir uns von ihm zum Guten umgestalten. Aus eigener Kraft schaffen wir das nicht. Darum lasst uns auf die leise Stimme seines Geistes in uns hören und ihr folgen. Sie zeigt uns, was in uns sterben muss, damit Neues wachsen kann. In ihm schaffen wir es, nicht herrschen zu wollen, uns gegenseitig zu dienen, uns immer wieder zu vergeben und in allen Situationen füreinander da zu sein. In ihm leben wir nicht mehr für uns selbst. Wir sind ein Teil des Leibes Christi miteinander eng verbunden und aufeinander angewiesen. Bei Johannes 17,26 heißt es: Und ich habe Ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in Ihnen. Der Apostel Paulus schreibt in Römer 5,5: ..die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Klaus Vollmer fasst dies zusammen: „Die engste Gemeinschaft, die ein Christ mit einem Menschen haben kann, ist die, dass beide sich im Glauben an Christus abgeben und so in Christus eins werden.“[2]

 

[1]Vergl.: Vollmer, Klaus, Der springende Punkt, Neuhausen-Stuttgart 1991, S. 170

[2]Vollmer, a.a.O. S. 172

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